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Das Reglement Weltmeisterschaften


Stand: Levi 2005


1. Allgemeines

1.1. Der Internationale Skilehrerverband ISIA veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden die Skilehrer-Weltmeisterschaften.
 

1.2. Die Weltmeisterschaften (WM) finden alle 4 Jahre statt (Termin zwischen INTERSKI-Kongressen).
 

1.3. Ziel der WM ist die Stärkung des Berufsskilehrer-Standes. In den verschiedenen Wettkämpfen soll die Polyvalenz der Skilehrer hervorgehoben und die Attraktivität des Skisports in seiner ganzen Vielfalt gezeigt werden. Renn- und Showanlässe in einem würdigen Umfeld sollen sowohl zum Meinungsaustausch anregen als auch die Geselligkeit unter den Skilehrern fördern.
 

1.4. Die Organisation der Veranstaltung wird durch die Delegiertenversammlung der ISIA mindestens 3 Jahre vorher einem Mitglieds-Verband übertragen. Der beauftragte Mitglieds-Verband ist für die gesamte Vorbereitung und Durchführung der WM verantwortlich und trägt dafür die Kosten. Er gibt der Delegiertenversammlung mindestens 2 Jahre vorher Ort, Zeitplan und Abwicklungsmodus der WM bekannt, wobei diese zu einem Zeitpunkt angesetzt werden sollen, der für die berufliche Tätigkeit der Skilehrer akzeptabel ist. 1 Jahr vor Austragung müssen verbindliche Preise und die technisch-organisatorischen Daten bekannt gegeben werden.

Der Organisator trägt auch die Aufenthaltskosten der technischen Delegierten, die vom Präsidium bestimmt werden und mit der durchführenden Organisation für eine reibungslose Abwicklung der WM im Sinne der ISIA verantwortlich sind.

Reise- und Aufenthaltskosten der Wettkämpfer und Begleitpersonen gehen zu Lasten der Landesverbände und sind bis zum vereinbarten Termin dem Organisator zu entrichten.
 

1.5. Bei der WM sollen folgende Wettbewerbe zur Austragung kommen:

a) Riesenslalom Alpin
b) Formationsfahren/Demoshow
c) Boardercross
d) Carving-Dual-Relay
e) Nordic event

Zusätzliche Prüfungen können organisiert werden, sofern diese vom Präsidium ISIA abgesegnet sind. Änderungen müssen vom Präsidium beschlossen werden.
 

1.6. Teilnahmeberechtigt sind alle Skilehrerinnen, die ordentliche Mitglieder eines Verbandes sind, welches der ISIA angeschlossen ist. Die Teilnehmer müssen im Besitz der internationalen Jahresmarke sein und vom eigenen Landesverband eingeschrieben werden, der auch für die satzungsgemäße Einschreibung verantwortlich ist. Jedem Landesverband steht folgendes Kontingent an Teilnehmern zu:

  • Alpin GS: Maximum 20 Läufer pro Nation
  • Demo: Maximum 6 Mannschaften pro Nation
  • Boardercross: kein Maximum
  • Carving-Dual-Relay: maximum 6 Teams pro Nation
  • Nordic Event: kein Maximum

Für das Veranstalterland ist das Kontingent für Alpin RS auf 25 Läufer, für die Demo Show auf 7 Mannschaften und für Carving-Dual-Relay auf 7 Teams erhöht. Weitere Teilnahmebeschränkungen gelten für jene Skilehrer, die in der laufenden Saison bei Europacup- oder an Weltcup-Rennen (FIS) teilnehmen, ihre Renntätigkeit bei den (alpinen) «Profiorganisationen» bestreiten. Für die Disziplin Boardercross und die Disziplin Carving-Dual-Relay ist die Teilnahme offen.
 

1.7. Die Kontrolle und endgültige Zulassung zu den Wettbewerben obliegt der Jury, die sich am Vortag der Veranstaltungen bei der Mannschaftsführer-Sitzung konstituiert. Ein technischer Delegierter führt den Vorsitz, darüber hinaus gehören der Jury der Rennleiter, der Pistenchef, ein Start- und ein Zielrichter an.
 

1.8. Die WM-Medaillen werden von der ISIA gestellt. Weitere Preise wie Pokale und/oder Sachpreise werden vom Organisator gestiftet.
 

1.9. Das ISIA-Präsidium überwacht die Einhaltung des Reglementes und die ordnungsmäßige Durchführung der WM. Ebenso ist das ISIA-Präsidium zuständig für kurzfristige, unvorhergesehene, absolut notwendige Änderungen des Reglements.
 

1.10 Für alle im folgenden nicht spezifisch ausgeführten Richtlinien ist die IWO (Internationale Wettkampfordnung) der FIS zu konsultieren.
 

2. Riesenslalom Alpin

2.1. Zur Austragung kommt ein Riesenslalom mit 2 Durchgängen. Damen und Herren fahren dieselbe Strecke.
 

2.2. Die Teilnehmerzahl pro Landesverband ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Kontingentes (1.6.) frei. Die amtierenden Einzel-Weltmeister nehmen über das Kontingent hinaus teil.
 

2.3. Im ersten Lauf starten nacheinander die folgenden Kategorien:

  • Damen (2 Leistungsgruppen)
  • Herren Senioren (2 Leistungsgruppen)
  • Herren Elite (3 Leistungsgruppen)
 

2.4. Die Nominierung der Teilnehmer in die einzelnen Leistungsgruppen erfolgt bei der Mannschaftsführer-Sitzung. Nach Möglichkeit soll der Grundsatz der Chancengleichheit der Nationen bezüglich Unterbringung der Teilnehmer in die erste Leistungsgruppe gewahrt bleiben.
 

2.5. Als Senioren gelten Teilnehmer ab 35 Jahre, d.h. z.B. im Jahre 2005 die 1970 Jahrgänge und älter. Die Jury kann Kontrollen betr. Jahrgang durch Vorlage von Pass oder ID verlangen.
 

2.6. Zur Anwendung kommt das FIS-Rennreglement.
 

2.7. Für die Startreihenfolge im zweiten Lauf gilt die Bibo-Regel.
 

2.8. Es werden folgende Wertungen und Titel aufgrund effektiver Laufzeiten vergeben:

a) Damen: Weltmeisterin Riesenslalom
b) Herren (Elite/Senioren gem.): Weltmeister Riesenslalom
c) Herren Senioren: ISIA-Pokal

Erzielt also ein Senior die Tagesbestzeit, so wird er sowohl Weltmeister im Riesenslalom als auch Gewinner des ISIA-Senioren-Pokals. Eine Mannschaftswertung wird aus den 2 schnellsten Herrenzeiten, der besten Herren-Senioren-Zeit und der besten Damenzeit zusammengestellt. Aufgrund der zusammengezählten Zeiten wird eine Rangliste erstellt.
 

3. Formationsfahren/Demoshow

3.1. Jedes Team besteht aus 6 Fahrern, wobei jede Nation innerhalb des Kontingentes 6 Teams stellen kann. Es können auch mehrere Nationen eine Mannschaft stellen.
 

3.2. Die Qualifikation der Demoshows besteht aus 2 frei wählbaren Wertungsabfahrten (ohne Schanzen). Zur Demoshow werden neben Alpin-Ski auch, Snowboard, Telemark –Ski, Monocarve (skwal) zugelassen. Pro Demo-Abfahrt dürfen aber nicht mehr als 3 verschiedene Geräte zum Einsatz kommen. Zum Finale qualifizieren sich die 10 besten Teams, wobei jedoch höchstens 3 Mannschaften pro Nation starten können. Es werden zwei Fahrten bewertet.
 

3.3. Die Startreihenfolge im Finale wird für den ersten Lauf ausgelost. Im zweiten Lauf starten die Mannschaften in umgekehrter Reihenfolge zu ihrer Platzierung aus dem ersten Lauf.
 

3.4. Die Bewertung richtet sich nach: Technik, Synchronität, Symmetrie, Dynamik, Originalität und Schwierigkeit. Bewertet wird der Gesamteindruck. Die Nationen können ihre eigene Musik mitbringen. Für die Nationen die keine Musik haben, wird das OK die Organisation derselben übernehmen.
 

3.5. Die Jury setzt sich aus 5 Mitgliedern zusammen, die vom Präsidium ernannt werden und möglichst der TK angehören sollen, wobei jedoch aus einem Mitgliedsverband nur jeweils ein Jurymitglied kommen kann. Ein Jurymitglied soll aus dem Veranstalterland kommen.
 

3.6. Jeder Wertungs-Richter verteilt Noten von 5 bis 10. Es können Zehntel Punkte (z.B. 8,7-8,8-8,9,…) vergeben werden. Die höchste und schlechteste Note wird gestrichen. Gesamtpunktzahl aus beiden Wertungs-Abfahrten ergibt die Platzierung bei der Demoshow. Die Wertungsnoten werden unmittelbar am Hang bekannt gegeben. Bei Punktegleichheit der ersten zwei Mannschaften (Finale) gibt es ein Stecher zwischen den selben.
 

3.7. Das erstplazierte Team wird ISIA Weltmeister im Formationsfahren.
 

3.8. Die Demoshow wird durch eine gemeinsame Abfahrt aller Nationen abgeschlossen.
 

4. Boardercross

4.1. Der Boardercross wird mit Qualifikationsläufen und Finalläufen durchgeführt.
 

4.2. Die Rennfahrer/Innen werden in zwei Kategorien eingeteilt: Damen und Herren. Damen und Herren fahren den gleichen Lauf. Startreihenfolge:

1. Damen
2. Herren
 

4.3. Es besteht die Pflicht zum Tragen eines Helms und vom Rückenprotektoren.
 

4.4. Die Teilnehmer können auf dem Boardercross-Parcours ein bis zwei Stunden vor Rennbeginn oder am Vortag Trainingsläufe absolvieren.
 

4.5. Zur Anwendung kommt das FIS-Rennreglement.
 

4.6. Die Qualifikationsläufe werden einzeln gefahren (Zeitlauf). Die besten 8, 16 oder 32 qualifizieren sich für die Finalläufe mit 4er Start. Die Paarungen der Finalläufe im KO-System werden anhand der Qualifikationszeiten ermittelt. Die zwei schnellsten jedes Laufes qualifizieren sich für die nächste Runde. Startreihenfolge: Der Schnellste aus jedem Qualifikationslauf hat die Wahl des Startplatzes in seiner Gruppe.
 

4.7. Disqualifikation: Rennläufer, die während einem Lauf die andern Konkurrenten stossen, ziehen, sie an Bewegungsabläufen hindern oder Körperkontakt haben, werden umgehend disqualifiziert.
 

4.8. Es werden folgende Preise vergeben:

  • Damen: ISIA Weltmeisterin im Boardercross
  • Herren: ISIA Weltmeister im Boardercross
 

5. Carving-Dual-Relay

5.1. Zur Austragung kommt eine Staffel im KO-System.. Zwei Teams aus jeweils 4 Personen. Jedes Team besteht aus 3 Skifahrern und einem Snowboarder. Mindestens eine Position pro Team muss von einer Frau besetzt sein. Die Startreihenfolge aller Teams ist folgende: Ski-Ski-Ski-Snowboard. Die Startnummer der Teams und die zu befahrende Strecke wird ausgelost. Jedes Team fährt pro Runde nur einen Durchgang, ab dem Halbfinale werden zwei Durchgänge gefahren, wobei jedes Team auf jeder Strecke zu fahren kommt. Die Summe der beiden Fahrten ergibt die Endzeit.
 

5.2. Jeder Lauf besteht aus ca. 8–10 Bojen.
 

5.3. Es wird folgender Preis vergeben: ISIA Weltmeister im Carving-Dual-Relay
 

Nordic Event

6.1. Die Organisatoren haben die Möglichkeit, für diese oder noch weitere Disziplinen ein Rennen oder eine Demonstration zu organisieren.
 

ISIA TK
Innsbruck 04.03.2005

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